Modellrechnung: Ein Paar legt 100 € im Monat zurück. Die Zahlen nach 5, 10 und 20 Jahren

Dies ist eine Modellrechnung, nicht die Geschichte eines echten Paares und kein Renditeversprechen. Sie zeigt eine einzige Sache: was passiert, wenn zwei Menschen 100 € im Monat in ihren Konten finden und sie regelmäßig zurücklegen. Jede Zahl im Text können Sie selbst nachrechnen, die Formel steht unten.
Warum genau 100 €? Weil dieser Betrag bei vielen Haushalten weder aus dem Gehalt noch aus dem Lebensstandard kommen muss. Er versteckt sich oft im Leck: in vergessenen Abos, sich überschneidenden Diensten und Gebühren, die niemand liest.
Die Annahmen der Modellrechnung
Jana und Martin sind ein erfundenes Paar zur Veranschaulichung. Sie haben sich auf drei Regeln geeinigt:
- sie legen 100 € am Ende jedes Monats zurück, ohne Ausnahme,
- sie erhöhen den Betrag nie, obwohl sie es in der Realität mit der Zeit könnten, das Modell ist bewusst konservativ,
- sie rühren das Geld nicht an, keine Entnahmen über die gesamte Laufzeit.
Wir vergleichen drei Wege für denselben Hunderter: ein Girokonto ohne Zinsen, ein Sparkonto mit 2 % pro Jahr und Investieren mit illustrativen 7 % pro Jahr. Überall rechnen wir mit monatlicher Gutschrift des Ertrags.
Woher die 100 € nehmen, ohne dass es wehtut
Der häufigste Einwand lautet: Wir haben nichts übrig. Die Daten zeigen jedoch, dass viele Haushalte nicht ahnen, wie viel sie für wiederkehrende Zahlungen ausgeben. Eine Umfrage von C+R Research aus dem Jahr 2022 ergab, dass amerikanische Verbraucher ihre monatlichen Abo-Ausgaben auf 86 Dollar schätzten, in Wirklichkeit aber im Schnitt 219 Dollar zahlten, also rund das 2,5-Fache der eigenen Schätzung.
In unserer Modellrechnung setzten Jana und Martin ihre 100 € so zusammen (die Beträge sind orientierend, illustrativ):
- 35 €: drei Abos, die keiner von beiden seit drei Monaten geöffnet hatte,
- 25 €: zwei Streaming-Dienste und ein Cloud-Tarif, deren Funktionen sich überschnitten,
- 12 €: Konto- und Kartengebühren, die nach dem Wechsel in ein anderes Kontomodell sanken,
- 28 €: ein alter Mobilfunktarif und eine Versicherung, die nach einem Anruf günstiger wurden.
Kein einziger Euro kam vom Essen, vom Wohnen oder von der Zeit mit den Kindern. Die ganzen 100 € stammten aus Zahlungen, die ihnen nichts gaben.
Variante A: der Hunderter bleibt auf dem Girokonto
Ein Girokonto bringt praktisch 0 % Zinsen. Es summieren sich also nur die Einzahlungen:
- nach 5 Jahren: 6.000 €,
- nach 10 Jahren: 12.000 €,
- nach 20 Jahren: 24.000 €.
Das ist eine ehrliche Reserve und besser als nichts. Sie hat aber eine Schwäche: Bei Inflation sinkt die Kaufkraft dieses Geldes über die Jahre. Die nominale Zahl wächst, aber man kann sich davon immer weniger kaufen.
Variante B: ein Sparkonto mit 2 % pro Jahr
Der Satz von 2 % ist illustrativ, Banken ändern ihn über die Zeit. Mit monatlicher Gutschrift und vor Steuern auf die Zinsen ergibt sich:
- nach 5 Jahren: 6.305 € (Einzahlungen 6.000 €),
- nach 10 Jahren: 13.272 € (Einzahlungen 12.000 €),
- nach 20 Jahren: 29.480 € (Einzahlungen 24.000 €).
Die Zinsen brachten über zwei Jahrzehnte 5.480 € dazu. Nicht wenig, aber die Kurve ist immer noch fast eine gerade Linie.
Variante C: Investieren mit illustrativen 7 % pro Jahr
Der dritte Weg ist regelmäßiges Investieren, zum Beispiel in einen breiten Indexfonds. (Die Rendite von etwa 7 % pro Jahr ist nur illustrativ, grob ein langfristiger Durchschnitt der Aktienmärkte. Vergangene Wertentwicklung garantiert keine zukünftigen Ergebnisse, der Wert einer Anlage kann auch fallen, und dieser Text ist keine Finanzberatung.) Mit monatlicher Gutschrift ergibt sich:
- nach 5 Jahren: 7.159 € (Einzahlungen 6.000 €),
- nach 10 Jahren: 17.308 € (Einzahlungen 12.000 €),
- nach 20 Jahren: 52.093 € (Einzahlungen 24.000 €).
In den ersten fünf Jahren ist der Unterschied zum Konto langweilig: nur 1.159 €. Nach zwanzig Jahren ist aus demselben Hunderter pro Monat 28.093 € mehr geworden, als das Paar tatsächlich eingezahlt hat. Mehr als die Hälfte der Endsumme sind Erträge, keine Einzahlungen.
Der ganze Vergleich an einem Ort
- Nach 5 Jahren: Girokonto 6.000 €, Sparkonto 6.305 €, Investieren 7.159 €.
- Nach 10 Jahren: Girokonto 12.000 €, Sparkonto 13.272 €, Investieren 17.308 €.
- Nach 20 Jahren: Girokonto 24.000 €, Sparkonto 29.480 €, Investieren 52.093 €.
Das Modell lehrt zwei Dinge. Erstens entscheidet die Zeit: Die Unterschiede sind anfangs lächerlich klein, und genau dann geben die meisten auf. Zweitens entscheidet, wo das Geld liegt: dieselbe Disziplin, dasselbe Paar, und nach 20 Jahren ein Abstand von 28.093 € zwischen Girokonto und Investieren.
Wie Sie die Rechnung wiederholen
Wir haben die Standardformel für den Endwert einer regelmäßigen Einzahlung am Monatsende verwendet:
FV = Einzahlung × ((1 + r)^n - 1) / r
- r = Jahresrendite geteilt durch 12. Für 7 %: 0,07 / 12 = 0,0058333.
- n = Anzahl der Monate. Für 20 Jahre: 240.
Kontrolle für 20 Jahre bei 7 %: (1,0058333)^240 = 4,0387. Dann (4,0387 - 1) / 0,0058333 = 520,9, und multipliziert mit der Einzahlung von 100 € ergibt das 52.093 €. Kleine Rundungsdifferenzen können das Ergebnis um ein paar Euro verschieben, die Logik hält aber in jeder Tabelle und jedem Rechner.
Wo Sie Ihre eigenen 100 € finden
Das Modell steht und fällt mit dem ersten Schritt: den Hunderter zu finden, der heute nutzlos abfließt. Kontoauszüge von Hand durchzugehen funktioniert, dauert aber Stunden. Der schnellere Weg: Laden Sie einen Kontoauszug auf app.vestelonflow.com hoch, die VESTELON FLOW Analyse läuft in Ihrem Browser und Sie sehen Ihre wiederkehrenden Zahlungen sortiert in etwa einer Minute. Kein Konto und kein Bank-Login nötig, und ohne Ihre Zustimmung verlässt nichts Ihr Gerät.
Und wenn Ihnen hundert zu wenig sind, probieren Sie den Ansatz aus dem Artikel wie Sie 300 € im Monat finden. Das Prinzip ist dasselbe, man gräbt nur tiefer. Das Modellpaar in diesem Text hat bei 100 € angefangen. Wichtiger als der genaue Betrag ist, dass Ihrer diesen Monat anfängt.
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